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27.07.25

Sicherheit bei automatisierten Regal- und Kommissioniersystemen

Automatisierte Lagersysteme sind heute fester Bestandteil moderner Logistikprozesse. Ob Hochregallager, Shuttle-Systeme, automatische Kleinteilelager (AKL) oder Pick-Roboter – sie erhöhen die Effizienz, beschleunigen Abläufe und sparen Personalressourcen. Gleichzeitig stellen sie ganz neue Anforderungen an die Sicherheit. Denn dort, wo Menschen und Maschinen interagieren, muss das Sicherheitskonzept präzise geplant und konsequent umgesetzt werden.

Neue Risiken durch Automatisierung

Im Gegensatz zu manuellen Lagerbereichen entstehen bei automatisierten Systemen vor allem technische und prozessuale Gefährdungen. Dazu zählen unerwartete Bewegungen von Regalbediengeräten, Sensorfehler, Fehlstarts durch Softwareprobleme oder das Betreten von Schutzzonen während des Betriebs. Auch Instandhaltungsarbeiten an laufenden Anlagen oder ein unzureichender Not-Halt-Mechanismus bergen Risiken.

Ebenso wichtig ist die Qualität der eingesetzten Ladungsträger: Wer Paletten kaufen will, die automatisiert befördert werden, sollte auf Maßhaltigkeit, Stabilität und sensorische Erkennbarkeit achten, um Störungen und Fehlfunktionen im Betrieb zu vermeiden.

Die erhöhte Geschwindigkeit und Taktung automatisierter Prozesse lassen Fehlerfolgen oft gravierender ausfallen als in klassischen Lagerstrukturen. Deshalb muss die Planung solcher Anlagen immer mit einer ausführlichen Gefährdungsbeurteilung einhergehen.

Sicherheitstechnische Anforderungen

Automatisierte Regalsysteme unterliegen in Deutschland der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sowie der Betriebssicherheitsverordnung. Daraus ergeben sich konkrete technische Maßnahmen wie:

  • Vollständige Einhausung gefährdeter Bewegungsbereiche
  • Not-Aus-Schalter in erreichbarer Nähe an allen Bedienstellen
  • Lichtschranken, Laserscanner oder Sensorleisten zur Überwachung der Zutrittsbereiche
  • Automatisches Herunterfahren bei Öffnung von Wartungsklappen
  • Soft- und Hardwareprüfungen mit Validierung bei jeder Systemänderung

Diese Sicherheitsfunktionen müssen regelmäßig geprüft, dokumentiert und gewartet werden – auch bei Anlagen, die im 24/7-Betrieb laufen.

Rolle des Personals

Trotz Automatisierung bleibt der Mensch Teil des Systems – als Bediener, Wartungspersonal oder Kommissionierer im Mischbetrieb. Daher ist die Schulung aller beteiligten Mitarbeitenden besonders wichtig. Sie müssen nicht nur mit den technischen Abläufen vertraut sein, sondern auch wissen, welche Bereiche sie nicht betreten dürfen und wie sie sich bei Störungen oder Notfällen verhalten.

Unterweisungen sollten regelmäßig stattfinden und praxisnah aufgebaut sein – etwa mit Visualisierungen, Demonstrationen und Zugriff auf digitale Anleitungen.

Integration in das Sicherheitsmanagement

Ein automatisiertes System darf nicht isoliert betrachtet werden. Es muss vollständig in das bestehende Sicherheitsmanagement eingebunden sein. Das bedeutet: Berücksichtigung in der Gefährdungsbeurteilung, Einbindung in die Notfallplanung, Kontrolle über die Einhaltung von Sicherheitszonen und regelmäßige Auswertung von Zwischenfällen oder Beinaheunfällen.

Nur wenn Technik, Organisation und Mensch ineinandergreifen, wird aus einem automatisierten Lager ein sicheres Lager – und das ist in jedem Fall die Voraussetzung für nachhaltige Effizienz.