27.07.25
Richtige Kennzeichnung von Regalhöhen & -lasten
Die eindeutige Kennzeichnung von Regalhöhen und Traglasten ist ein essenzieller Bestandteil der Lagersicherheit. Sie schafft Transparenz für das Bedienpersonal, reduziert Bedienfehler und ist zudem eine gesetzliche Pflicht. Nach den Vorgaben der DIN EN 15635 und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) müssen Lagerbetreiber sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden jederzeit erkennen können, wie hoch ein Regal belastet und genutzt werden darf.
Warum eine korrekte Kennzeichnung wichtig ist
Fehlende oder fehlerhafte Lastangaben führen immer wieder zu Überladungen, instabilen Lagerzonen und potenziellen Unfällen. Dabei ist die Lösung denkbar einfach: Eine gut sichtbare, dauerhaft angebrachte und leicht verständliche Last- und Höhenkennzeichnung hilft dabei, Unklarheiten im Arbeitsalltag zu vermeiden. Sie ist insbesondere dann entscheidend, wenn neue Mitarbeitende eingearbeitet werden, häufig zwischen Lagerbereichen gewechselt wird oder externe Dienstleister vor Ort arbeiten.
Was muss gekennzeichnet werden?
Gemäß DIN EN 15635 sind für jedes Regalsystem folgende Informationen verpflichtend sichtbar anzubringen:
- Die maximale Feldlast (also die Gesamtlast zwischen zwei Regalstützen)
- Die maximale Fachlast (Traglast je Regalebene)
- Die Anzahl der zulässigen Lagerebenen sowie deren Höhe
- Hersteller- und Typenbezeichnung des Regalsystems
- Datum der letzten Expertenprüfung
Diese Angaben sollten als deutlich lesbares Schild am Anfang jedes Regals oder Regalfeldes angebracht werden – idealerweise auf Augenhöhe und geschützt vor Abrieb oder Verschmutzung. Farbige Markierungen oder Piktogramme erhöhen die Lesbarkeit und Verständlichkeit. Auch die eingesetzten Paletten beeinflussen die Regalbelastung maßgeblich: Wer stabile, genormte Paletten kaufen möchte, sollte auf Tragfähigkeit und Maßhaltigkeit achten, um eine sichere Nutzung der Regale zu gewährleisten.
Praxisfehler und Risiken
In der Praxis fehlt die korrekte Kennzeichnung oft aus einem simplen Grund: Sie wurde bei der Inbetriebnahme vergessen oder ist durch Umbauten, Verschleiß oder Reinigungen verloren gegangen. Häufig werden Regale zudem verändert – etwa in der Fachhöhe angepasst –, ohne die Traglast neu zu bewerten. Das kann zu gravierenden Fehleinschätzungen führen. Eine weitere Fehlerquelle liegt darin, dass Kennzeichnungen unvollständig sind oder veraltet wirken, was zur Missachtung durch das Personal führt.
So gelingt die korrekte Umsetzung
Regalkennzeichnungen sollten als Teil des allgemeinen Sicherheitskonzepts betrachtet werden. Empfehlenswert ist, bei jeder Regalprüfung auch die Lesbarkeit und Aktualität der Kennzeichnung zu überprüfen. Nach Umbauten oder Änderungen in der Belastung (z. B. durch neues Lagergut) müssen die Angaben angepasst werden. Verwende dabei robuste Materialien und eine normgerechte, eindeutige Darstellung.
Ein durchdachtes Kennzeichnungssystem trägt nicht nur zur Einhaltung gesetzlicher Anforderungen bei – es schützt aktiv vor Fehlbedienung und steigert die Sicherheit im Lageralltag nachhaltig.